Armin van Buuren zwischen DJ Decks, Familie und Fitnessstudio

18. Juli 2017

Ihn kann man nach über 20 Jahren im Musikgeschäft ohne Frage als Legende bezeichnen, Armin van Buuren. Der Niederländer hat mehr als 100 Platten produziert und ist fünfmal hintereinander zum besten DJ der Welt gewählt worden. Über 37 Millionen Menschen schalten jede Woche seine Radioshow „A State Of Trance“ ein. Er ist DJ, Produzent und Familienvater – aber vor allem lebt und liebt er Musik wie wir. Grund genug für uns, ihn auf dem 16. Airbeat-One Festival in Neustadt Glewe zu treffen.

Du bist momentan in ganz Europa auf  Tour. Welche 3 persönlichen Gegenstände hast du immer bei dir?

Meinen Laptop und mein Handy um mit meinen Kindern zu Hause zu kommunizieren. Wir sind die ganze Zeit über Facetime in Kontakt. Ich habe mir letztens einen Nintendo Switch gekauft, um Videospiele zu spielen, wenn ich unterwegs bin. Auch meine Sportschuhe dürfen nicht fehlen. Ich gehe oft joggen oder ich versuche ins Fitnessstudio zu gehen, um in Form zu bleiben.

Magst du Sport?

Ich mag es nicht besonders, aber ich hasse es auch nicht. Es ist notwendig um in Form zu bleiben.

Kannst du deinen perfekten Tag beschreiben?

Aktuell bin ich ja auf Tour, da versuche ich so viel wie möglich zu schlafen. Normalerweise ist eher wenig Zeit zum Schlafen. Ich versuche mindestens 8 Stunden zu schlafen, das brauche ich auch. Ich versuche immer zu frühstücken und dann Sport zu machen. Manchmal nehmen wir aber auch schon das Flugzeug zur nächsten Location. Nach der Landung geht meine Crew für Soundchecks schon zur Location. Ich gehe dann meistens zum Hotel. Entweder ich gehe ins Fitnessstudio oder arbeite etwas. Ich beantworte E-Mails oder bereite schon mein Set für meinen Auftritt vor. Manchmal mache ich auch einige Last-Minute Änderungen am Set.

Was sind deine Pläne für die Zukunft?

Ich mag meine Fans, die Musik und meine Radioshow. Ich mag es auch live zu spielen. Damit möchte ich nicht aufhören. Ich versuche allerdings ein paar weniger Gigs zu spielen. Ich habe jetzt zwei Kinder und möchte Zeit mit meiner Frau und meiner Familie verbringen. Das ist sehr wichtig für mich. A State of Trance ist noch immer sehr beliebt. Viele Menschen auf der ganzen Welt schauen online zu. Wir bekommen sehr viele positive Kommentare und die Episode vergangene Woche hatte 1 Million Views. Der Sound entwickelt sich weiter und ich kann die Musik noch immer fühlen. Ich mag es wie die Musik sich gerade entwickelt. Viele neue DJs stehen in den Startlöchern. Trance ist nicht länger nur ein Sound und hat mittlerweile viele Subgenres. Ich denke wir leben in einer sehr interessanten Zeit.

Was war dein Lieblingsgig aller Zeiten?

Eigentlich möchte ich meine eigenen Events nicht loben. Aber „The Best of Armin Only“ dieses Jahr in der Amsterdam Arena war ein Highlight. Die Arena war zweimal hintereinander ausverkauft und ich bin vor über 80.000 Menschen aufgetreten. Es war auch toll für mich mit allen Künstlern mit denen ich in der Vergangenheit gearbeitet habe gemeinsam auf der Bühne zu stehen. Zwei Mal hintereinander ausverkauft und vor insgesamt 80.000 Menschen. Mit all meiner Musik und all den Künstlern mit denen ich gearbeitet habe.

Du veröffentlichst viel Musik. Was inspiriert dich zu neuen Songs?

Ich habe herausgefunden, dass ich nicht unbedingt etwas Konkretes machen kann, was mich inspiriert. Mein Herz gehört dem Trance und ich werde niemals damit aufhören. Aber ich möchte auch gern mit anderen Genres experimentieren. Ich habe beispielsweise für den Track „Great Spirit“ mit Vini Vici (Psychedelic Trance Projekt) zusammengearbeitet.  Wir haben ein Jahr an dem Track gearbeitet und ich fand es sehr inspirierend mit den Künstlern zusammenzuarbeiten. Man kann so viel vom Psytrance-Genre lernen.  Ich hab die Melodie geschrieben und dann mit einem Psytrance Filter gearbeitet. Ich kann dieses Wissen auch in meinen späteren Songs verwenden.

So kann ich mich ständig weiterentwickeln. Ich habe auch mit Kensington (niederländische Rockband) im Studio zusammengearbeitet. Sie haben eine komplett andere Einstellung, wenn es um Songwriting oder Produktion geht. Ich habe so viel gelernt. Auch nach 20 Jahren als DJ und Produzent weiß ich, dass ich erst sehr wenig weiß und immer was dazulernen kann. Es gibt zum Thema Musik und Kreativität so viel zu lernen.

Ich nehme aktuell jede Woche Klavierstunden um mich weiter zu verbessern. Ich wusste nicht, dass ein Klavier so vielseitig ist. Ich bin 40 Jahre alt, ich habe über 100 Platten produziert, ich habe die ganze Welt gesehen, aber ich weiß man kann immer noch so viel lernen, auch von den jüngeren DJ Kollegen.

Ich finde beispielsweise den Sound von Oliver Heldens (niederländischer House DJ) spannend. Er mixt Housetunes von 1992 mit aktuellen Stilen. Ich spiele nicht unbedingt seine Lieder, aber ich kann seine Musik genießen. Er ist talentiert, jung und hat neue Ideen. Wenn ich meinen niederländischen Kollegen zuschauen kann, inspiriert das auch mich. Auch von DJs wie Martin Garrix kann ich noch etwas lernen, wenn ich genau hinhöre.

Auch von W&W (Tranceduo aus den Niederlanden) ?

Ja, sie haben ihr neues Projekt „NWYR“.  Das Projekt ist sehr interessant. Sie orientieren sich mehr an den Original Trance Sounds. Sie spielten ein Set auf der „A State Of Trance“ Stage in Miami. Das war wirklich cool. Hört mal rein. Es ist wirklich toll die neue Generation zu sehen und wieviel Energie dahinter steckt. Man sollte immer nach vorne schauen. Viele Menschen lieben zwar auch meine alten Tracks, auf die ich sehr stolz bin. Ich möchte mich aber lieber auf die Zukunft konzentrieren, auf neue Sounds, denn da sehe ich auch meine musikalische Zukunft.

Vielen Dank für das Interview und viel Spaß bei deinem Set.

Dankeschön.

 

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