Bist Du taub oder Was?

4. Februar 2013

Zum Glück hat sich nicht nur die Qualität heutiger Musikproduktionen verbessert, sondern auch die Sound-Anlagen in Clubstätten und Veranstaltungsorten. Das ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass wir einem ständig hohen Schalldruckpegel im Club ausgesetzt sind. Zudem sind Musikstücke im Frequenzspektrum besser abgestimmt, aber und das ist der Nachteil, werden viele Tracks einfach lauter auf Platten oder MP3´s herausgegeben.

Blätterrauschen oder gar ein ruhiges Atmen ist mit einem Pegel von 10dB angegeben. Gehörschäden bei langfristiger Einwirkung finden wir schon ab 85dB. Ab dieser Grenze wird es gefährlich und wir können mit der Entwicklung einer Schwerhörigkeit rechnen. Empfinden wir die Geräusche als Störend, entsteht am Ende Stress im Körper. Zwischen 85 und 110 Dezibel erfahren wir täglich im Club. Vier Minuten in einer Disco mit 104 Dezibel sind ungefähr genauso gefährlich wie acht Stunden mit 85 Dezibel.

Stress und nervenaufreibend sind Unterhaltungen im Club, ruhige Plätze zum quatschen sind selten. Im Internet ist es möglich fast alles zu folgen. Ja man wird permanent verfolg, wie auf Facebook, Soundcloud, Twitter oder bereitgestellte Blog-Feeds. Wer es will, wird verfolgt oder folgt etwas.

Im Club ist das anders und nicht immer einfach. DJs kennen das und es nervt, wenn irgendein „zugeknallter“ Dummie, rufe wie „lauter, lauter…“ von sich gibt. Dabei wird schnell vergessen, dass der DJ ohnehin von meist schlechten Monitor-Boxen umgeben ist.

Schließlich geht es ja auch um die Musik und nicht um stundenlange Sofagespräche. Ich höre Musik, also tanze ich. Bei hohem Geräuschpegel im Club oder auf einer Party, ist es anstrengend der Unterhaltung zu folgen. Schlechte Akustik verbraucht die gleichen kognitiven Ressourcen, wie das Speichern von sprachlichen Inhalten. Kommt beides zusammen, also laute widrige Musik und eine Unterhaltung, fährt unser Gehirn auf Hochtouren. Wenn es dann zu Anspruchsvollen Inhalten kommt, die schwer zu verstehen sind, könnte das zu einer Überlastung kommen. Wir würden im Gespräch den Faden verlieren und könnten uns den letzten Zusammenhang nicht mehr merken.

Solltest du während des Auftrittes zum DJ gehen, ihm irgendwas ins Ohr prasseln, was ohnehin nicht verstanden wird, so wundere dich nicht, wenn dieser mit einem grinsenden Fragezeichen antwortet. Er kann oder will dir ohnehin nicht folgen.

Kolumne by SM

 

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