Doku – Berlin Sommer Open Air – Top oder Flop?

15. März 2013

Filme über Berlins Subkulturen haben wir in der Vergangenheit schon oft zu sehen bekommen. Einige davon sind sogar richtig gut: Berlin Calling, SubBerlin, Feiern, Bar25 – Tage außerhalb der Zeit. Diese Filme spiegeln das Nachtleben und meist auch das exzessive Partyleben in Berlin wider, erzählen Geschichten von Menschen die ihr Leben dem feiern gewidmet haben und mit Leib und Seele elektronische Musik ausleben.

Die Berliner Open Air und Festival Zeiten sind die am meisten gefeierte Momente im Partyleben, jedes Jahr aufs Neue. Veranstalter die sich diese Ereignisse zu nutzen machen gibt es genug, mehr als jemals zu vor. Jährlich sprießen neue Ideen, um bei sommerlichen Temperaturen das ultimative Ereignis zu schaffen, immer höher, immer weiter, immer mehr. Ob Farben, Luftballons, Seifenblasen oder weiße Federn, alles was nach Kindergeburtstag schreit, wird ausgekostet. Daran ist bislang auch nichts auszusetzen. Verdienen tun die, die neue Geschäftsideen haben, abkupfern, das größte und beste Lineup auffahren, oder einfach nur Glück haben. Einige sind illegale kurzerhand aus dem Boden gestampft, viele andere legal mit hohen Kosten organisiert worden. Dem Gast ist es egal, Hauptsache Ferien als gäbe es kein morgen mehr. Was bleibt sind all die schönen Erinnerungen an das, was man als „Wir-Gefühl“ so lieben gelernt hat, die Einheit zusammen zu feiern und einzigartige musikalische Momente festhalten. Einen Rückgang werden wir nicht erleben, denn alles wird noch schöner und bunter – viele Dinge verschmelzen. Das Verlangen nach einem kurzen reiß aus, in einer immer schnellen und hektisch werdenden Welt ist groß. Den Alltag vergessen und neue Glücksmomente erleben, das wollen alle die sich diesem Lebensgefühl verschrieben haben.

Vielleicht kommt diese Idee, einen Kinofilm über den Berliner Sommer „Berliner Sommer – Ein Film über Techno und Leben in Berlin“, genau richtig. Ein Filmprojekt von André Spilker, der in den vergangenen Jahren hautnah mit seiner Kamera dabei war, um energetischen Augenblicke einzufangen, soll nun zu etwas ganz großem werden. Ein Kinofilm über die Open Air Szene in Berlin, Menschen hautnah beim feiern. Hier sollen jene Momente festgehalten werden, die Berlins Schlaraffenland so einzigartig machen.

Momentan ist es schwer vorstellbar, aber ja, es gibt neben der neu entstandenen Jahreszeit Dauerwinter auch noch den Frühling und vor allem den Sommer.  Und der hat gerade in Berlin seinen ganz eigenen Charme. Wenn dann noch Technomusik mit im Spiel ist, entsteht dieses einzigartige, besondere Lebensgefühl, das es sonst nirgendwo auf der Welt gibt. Und genau das versucht jetzt ein neuer Film auf die Kinoleinwand zu bringen. Die Künstler des Films haben sich bereits vor der Kamera eingefunden um kurze Teaser zu drehen und man muss schon sagen, die Mischung stimmt. Underground Acts wie „Dirty Doering“ sind mit am Start, aber auch der bekannte DJ „Alle Farben“ unterstützen das Projekt. Ob die Ziele der Filmemacher zu hoch gesteckt sind, oder „Berliner Sommer“ auch filmische Realität wird, zeigt sich in einigen Tagen. Bis dahin muss die Zielsumme erreicht sein. Sonst bleibt es zumindest in der filmischen Realität Winter. Und das können wir nun wirklich nicht länger verantworten.
Das Projekt soll vorerst durchs Crowdfunding finanziert werden. Auf der Web-Plattform kann jeder seinen Beitrag spenden. Von 5 bis 1.200 Euro darf man entscheiden und das ganze supporten. Bis zum 12. April 2013 läuft die Finanzierungsphase. Der geplante Drehstart ist anschließend der gesamte Sommer 2013.Selbst der so bekannte Film der Bar25 wurde Anfangs durch diese Plattform und Startnext-Initiative finanziert. Ob man die Anfangs geforderten 30.000 Euro für die Realisierung zusammen bekommt, ist jedoch noch fraglich. Bislang liegt die Unterstützung bei ca. 2.300 Euro. Die Macher wollen aber auch ohne volle Unterstützung das Filmprojekt beginnen.

Mit welchen Augen muss man dieses Projekt sehen – top oder flop?
Hier wären doch gerade die unzähligen Veranstalter und Festivalbetreiber gefragt und jene tausenden Feiergäste, die täglich diese Open Air Veranstaltungen besuchen.
http://www.startnext.de/berlinersommer/pinnwand/

1 Kommentar

  1. Lukas Edler

    19. März 2013 13:12

    Eindeutig TOP!

    … schon allein wegen des Versuchs, das ganze über Crowdfunding zu finanzieren. So hat das Projekt meiner Meinung nach immerhin die Chance dazu ehrlich und echt zu werden.

    Also unterstützt es! ;)

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