Kolumne – Lars but not least

29. August 2013

“Ich geh bald gar nicht mehr feiern!” beklagte sich neulich mein Kumpel Harry, der Oldschoolraver. Einer von der Sorte, die es seit mehr als zwanzig Jahren schaffen, jeden DJ zur Ekstase zu treiben , und zwar solange bis entweder der DJ vor Erschöpfung aufgibt und nahtlos abgelöst wird, oder bis nach gefühlten Äonen von Lichtjahren das Licht mal wieder angeht. Das konnte früher in vielen Berliner Clubs drei bis vier Tage dauern und ich nickte verständnisvoll.
„Du wirst halt langsam auch zu alt für den Schleiß und irgendwann geht jedem mal die Puste aus“.

Das sei nicht das Problem, entgegnete er, vielmehr habe er den Eindruck, dass entweder die GEMA inzwischen nach BPM abrechnet, oder es liege an diesen doofen Smartphones. Auf den Dancefloors sei nur noch Instagrammen und rhythmisches Rumstehen bei gefühlten sechzig beats per hour angesagt – der Rest der Feiermeute liege entweder apathisch auf irgendwelchen Sofas rum oder telepathiere per Ei-phone auf dem Klo mit einer nicht vorhandenen Rauhfasertapete.

Das solle wohl bis viere oder fümfe Uhr morgens so gehen, bis sich anschließend der ganze Haufen auflöst, weil die Akkus alle sind und die „generation apphängig“ anscheinend ohne Instruktionen ihrer Tamagotchies nicht mehr nach Hause finde.
“Afterhour war einmal“, heulte er, und „Afterafterhour erst recht!“

Ich mache mir auch langsam Sorgen deswegen und schau mich vorsichtshalber mal um.

Letztens war ich auf ´nem kleinen Open Air, ganz privat und inoffiziell, da hat’s gerumpelt wie immer und es war schon längst wieder hell, als die letzten Handyloser beschlossen, zur nächsten Afterhour zu ziehen…

…bis denne

Lars van Core

 

1 Kommentar

  1. jens hohmann

    29. August 2013 12:18

    traurig aber wahr…

Mein Kommentar

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