Kräftemessen im Netzwerk, angetrieben durch Größenwahn

27. Mai 2013

Die Suche nach dem immer Neuem, dem nie Gehörten, am Ende ist es die breite Masse, die diesen Input ausgesetzt ist. Virtuell wird alles geschluckt und mehr noch konsumiert als jemals zuvor.

Wir leben in einer verwirrenden Zeit, in der Grenzen verschwimmen, dabei kann jeder selbst entscheiden den Aus-Knopf zu drücken. Es ist eine Popularisierung die wir erfahren. Was entsteht, ist eine neue Form der Volkskultur, wenn Menschen Kultur für ihre eigene Umgebung machen und aktiv an der Hervorbringung dieser Kultur beteiligt sind. Hochkultur wird zur Alltagskultur. Schillernde Leuchttürme gibt es, meist Musiker die seit 20 Jahren und mehr ihre Fans begeistern. Kaum einer der heutigen Generation hält sich länger als 5 Jahre. Ist das so? Die Schnelllebigkeit und das ausschlachten im Pop-Business, angetrieben durch industriellen Größenwahn – es sind Flammen die kurz aufflackern und anschließend in Asche versinken. Dabei erfahren wir es täglich, es gibt zum Glück auch unendlich viele und gute Musik, fernab vom Pophimmel, darunter Künstler der Szene, die auch als kleine Lichter, große Leuchtkraft bewirken. Nachwuchs-Künstler mischen dabei kräftig mit, Talente und jene die es versuchen. Am Ende aber ist man gezwungen im virtuellen Netzwerk mitzuhalten.

Heute geht es nicht mehr um den Stolz auf das eigene Musik-Werk, sondern um den Netzwerkstolz, die Anzahl der „likes“, die Zahl der „follower“ oder Freunde, die man sich selbst aussuchen kann. Jeder hat die Möglichkeit einen eigenen Kanal 2.0 zu eröffnen. Virtuell verfolgt man und unterhält seine eigene ganz bequeme virtuelle Gruppe. Man qualifiziert sich schnell zum Gruppen-Leader und kann nach Vorgaben eigentlich nur positives anhand von likes erfahren. Wem es nicht gefällt, der geht einfach weiter, steigt aus ohne aufzufallen. Andere hinterlassen Kommentare, um die Gruppendynamik zu erhalten und die Zugehörigkeit zu verstärken. Produzenten oder Musiker, darunter einige, so zeigt sich ein trügerisches Bild, stellen ihr Werk ins Netz, um eine möglichst große Anzahl an likes und follower zu erreichen, wonach das eigentliche Musik-Werk, die Anerkennung darauf, mehr in den Hintergrund gerät.

Scheinbar gibt es ein neues Ziel, wenn jemand sich kreativ engagiert. Dabei geht es nicht darum ein fertiges Werk zu haben, sondern um sich herum ein herausragendes, besonderes, markantes Netzwerk aufzubauen.

Kolumne by SM

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