Musik im Überfluss – die Bootleg und Edit Generation

15. März 2013

Gerade jetzt, wo die GEMA die Musikbranche in Atem hält, ist die Verbreitung von illegalen Tonträgern ein heißes Thema. Spätestens aber nach den Erfolgen von Wankelmut´s Edit-Song  „One Day“ scheuen sich immer weniger Künstler, bereits veröffentlichte Songs neu aufzumischen und einer breiten Masse anzubieten.

Dabei unterliegen bereits veröffentlichte Songs einer Lizenz, die beim Label bzw. Künstler oder Verlag liegen. Für die Nutzung bedarf es einer schriftlichen Freigabe. Diese müsse man sich zuvor einholen, um Material zu kopieren und Vervielfältigen zu können. Bei Wankelmut war das anders. Hier wurde ein Song neu aufgemischt und als Edit Song auf Portalen wie Soundcloud und Youtube angeboten – umsonst versteht sich. Ist zwar nicht gerade das beste Beispiel, aber das für jedermann bekannteste. Der Erfolg kommt meist schneller als gedacht und unverhofft über Nacht. Aber halt, diese Form der Vermarktung ist nichts neues, schon in den frühen 90er waren Bootlegs und Edit Songs auf Vinyl-Platten heiß begehrt. Die Platten wurden damals gepresst und unter der Hand vertrieben oder verschenkt. Gleiches galt für CDs und Tapes. Bislang störte das keinen und verklagt wurde daraufhin auch niemand, soweit bekannt. Wenn am Ende alle davon profitieren und der Nutzen von Vervielfältigungen für alle Beteiligten gegeben ist, gelingt es auch ohne Klagen. Schließlich kommt das auch dem Originalem Track zu Gute. Glück gehabt, bis hierhin.

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Da die Vermarktung von Bootlegs und Edit-Songs ohne vorheriger Genehmigung  gutes Erfolgsmodell für gerade junge und unbekannte Künstler darstellt, wird heutzutage alles was irgendwie in den Charts vertreten ist, mit einem eigenen Edit-Song oder Bootleg untermalt und als neues Meisterwerk ins Netz gestellt. Gerade heutige Software-Programme machen es dem Produzenten leicht, eine eigene und neue Version aufzusetzen. Wer einen guten Mix liefert, schafft es locker auf 100Tausend Plays und mehr. Der Bekanntheitsgrad des Künstlers steigt, dazu noch, je mehr Emotionen durch bekannte Tracks transportiert werden. Da es aber gerade jetzt so hinreißend viele neue Edit-Songs gibt, rücken vermehrt jene Tracks in den Vordergrund, die wirklich gut produziert wurden. Das kommt an und hier kristallisiert sich dann das wahre Produktions-Talent aus der Masse heraus.

Alles was persönlich gut gefällt und irgendwie Massen an Musik-Fans anspricht, bekommt einem neuen persönlichen Schliff. Dabei scheint es wichtig, dass der Künstler dem ganzen eine persönliche Note verpasst. Wir befinden uns aber nach wie vor mit der Verbreitung solcher Musik in einer rechtlichen Grauzone. Qualität bringen jedoch nur die Künstler ans Tageslicht, die auch eigene Ideen und Konzepte verwirklichen. Man müsse also auch daran Interesse haben, neue Tracks aus dem eigenen Leib prügeln und eigenständig neue Ideen produzieren, hieran erkennt man dann schnell das wahre Talent unter den Edit-Produzenten. Wenn alles und jeder Musik umgestalten kann, könnte man sich Fragen wohin das ganze am Ende führt. Sämtliche Stilistiken und Genres wandeln sich zu elektronischer Musik, Produziert mit Einsen und Nullen, das allgemeine Publikum und die Masse an Musik-Fans werden offenen gegenüber neuem und die Verbreitung größer als jemals zuvor. Schwer wird es am Ende den Überblick zu behalten, jedoch gilt immer wieder der Grundsatz: Was gut ist, setzt sich durch.

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1 Kommentar

  1. Völkerball

    15. März 2013 18:15

    Hallo ihr lieben toller Artikel

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