Musik – täglicher Begleiter und treibende Kraft – Ohr schützen

12. April 2013

Musik ist unser wichtiger Begleiter im Ohr, zuhause auf dem Sofa, auf einer coolen Party oder einfach nur beim joggen. Emotionen die wir damit verbinden, können traurig machen oder unser Gemüt beflügeln. Somit berührt unser Lieblings-Stück unseren Körper und Geist.

Töne, wie Baulärm oder eine stark befahrende Straße können schon belasten. Großstädter erleben das jeden Tag, eine Straßenbahn, eine stark befahrende Straße mit Autolärm, von oben gar noch Flugzeuglärm. Täglich setzen wir uns diesem Stress aus. Da wundert es nicht, wenn viele mit Kopfhörern durchs Leben rennen, mit Musik im Ohr die das ganze noch übertönen soll. Das beruhigt etwas. Musik im Ohr kann aber auch den Blutdruck senken.

Erinnerungen und Gefühle werden ausgelöst und bewirken einen Positiven Antrieb, wobei Glücksgefühle ausgeschüttet werden, in Form von Endorphinen. Auf einer Party wippen wir mit, tanzen was das Zeug hält und Konditionen unseren Körper, ähnlich wie beim Joggen.

Gerade jetzt in der Frühlings und Sommerzeit genießen wir mehr die frische Luft, halten uns draußen auf, fahren gerne Fahrrad und joggen im Park. Das richtige Tempo liegt hier bei 120-140PBM, also jene Schlagzahl die wir auch im Club beim tanzen erfahren. Beides passt wunderbar zum Herzrhythmus. Wer gutgelaunt sein Lieblingstrack auflegt, kann perfekt durchhalten. Ein ruhiges Stück hingegen dient der Entspannung. Da wir auf einer After-Hour-Party nie entspannen, werden wir auch selten Chill-Out-Music hören, denn diese Musik kann man auch auf dem Sofa genießen, ohne große Anstrengung.

Unser Gehör schläft jedoch nie, denn als einziger Sinn bleibt dieser wach. Das kommt wahrscheinlich aus der Jäger- und Sammlerzeit, stets wachsam auf Gefahren von außen, als eine Art Schutz vor Überfällen. Das Ohr kann mehr als doppelt so viele Eindrücke verarbeiten wie das Auge. In einer Sekunde verarbeiten wir so 50 eintreffende Sinneseindrücke, egal ob Musik, Straßenlärm oder ein Gespräch. Unser Ohr hat dabei eine Verteiler-Funktion. Danach werden weitere Hirnfunktionen wie Erfahrungen und Erinnerungen verarbeitet und aktiviert.

Forscher haben herausgefunden, dass regelmäßiges Musikhören möglicherweise Tinnitus lindert. Dabei wird dem Patienten als Therapie das Musikhören verordnet. Wichtig sei, dass die Frequenz vom Tinnitus nicht dabei ist. Setzen wir uns übermäßigen Schalldruck und Schwingen aus, kann das zu irreparablen Schäden kommen. Ab einer Grenze von 80dp wird es langsam Kritisch. Im Club können mal locken über 100dp erreicht werden. Steht man bei einem Konzert oder Festival ganz vorne an der Bühne, direkt neben den Boxen, so können hier 120dp und mehr erreicht werden. Musiker kennen das, beim auflegen permanent einer so genannten Monitor-Box ausgesetzt zu sein. Personal, das ständig in Clubs oder lauten Bars arbeitet, tut gut daran entsprechenden Gehör-Schutz zu tragen, sonst können sich die hochempfindlichen Haarzellen im Ohr nicht mehr Regenieren und sterben ab, was zum Verlust der Hörstärke führt. Also immer schön aufpassen, Musik am oder im Ohr.

Lärm – Schallquellen Beispiele mit Abstand Schalldruckpegel Lp in dB:    

Düsenflugzeug in 30 m Entfernung = 140  Schmerzschwelle = 130  Unwohlseinsschwelle = 120  Kettensäge in 1 m Entfernung = 110  Disco, 1 m vom Lautsprecher = 100  Dieselmotor, 10 m entfernt = 90  Rand einer Verkehrsstraße 5 m = 80  Staubsauger in 1 m Entfernung = 70  Normale Sprache in 1 m Abstand = 60  Normale Wohnung, ruhige Ecke = 50  Ruhige Bücherei, allgemein = 40  Ruhiges Schlafzimmer bei Nacht = 30  Ruhegeräusch im TV-Studio = 20  Blätterrascheln in der Ferne = 10

3 Kommentare

  1. dr. motte

    12. April 2013 21:37

    danke für den artikel. der unterschied ist nur, wenn du musik und geräusche nichts magst, machen sie krank. musik oder geräuche die du magst machen aber nicht krank. das ist auch der grund warum viele menschen in berlin deswegen auch die polizei rufen, weil sie sich gestört fühlen und die musik zb. nicht mögen.

    einen tinitus bekommt man nicht von lauter musik sondern von stress! das ist wissenschaftlich bewiesen. beweise findet man im internet.

    außerdem leute, es gibt keinen wissenschaftlichen beweis dafür, das laute musik krank macht! findet mal eine untersuchung dazu um internet und ihr werdet es nicht finden! wenn das so ist, warum gibt es dann lärmpegelmesser wie z.b. in der schweiz?

    beste grüße und hört laut musik die ihr liebt und tanzt dazu.

    beste grüße,

    dr. motte ;-)

    http://www.drmotte.de

    • MUSIKBORDER

      15. April 2013 11:26

      Hey Matthias,

      Danke für Deinen Beitrag dazu.
      Ich denke, wenn Musik oder Geräusche krank machen, ist der einzelne bereits vorerkrankt – besser noch gestresst durch andere Einflüsse. Weitere Geräusche können diese Empfindungen verstärken.
      Du hast aber auch Recht, Straßenlärm, Baulärm, Flugzeuglärm – das und noch mehr kann dauerhaft krank machen. Musik hingegen, mit dem richtigen Einsatz kann gar heilen. Die Geschmäcker sind zum Glück so unterschiedlich dass es eben zu Differenzen zwischen dem Einzelnen kommen kann, erst Recht in einer Großstadt. Ist man bereits getresst genug, setzt sich dann noch lauter Club Musik aus, im Idealfall die Nacht über tanzend neben einer Box, so ist der Tinitus vorprogrammiert.

      Gute Musik kann man einfach nur laut Hören, gerade Clubmusik entfaltet ihr ihre wahre Wirkung.
      Also, im Großen und Ganzen gehe ich in Deiner Argumentation mit.
      Im Artikel selbst ist es schön beschrieben: Forscher haben herausgefunden, dass regelmäßiges Musikhören möglicherweise Tinnitus lindert. Man muss eben nur die richtigen Töne finden.

      Viele Grüße Silvio

  2. Pingback: Absolute Stille ist ein Luxusgut – Tag gegen Lärm | MUSIKBORD

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